The R80GS of 1990 is really the same as the previous bike but
now has the look of the two year old R100GS PD, and all bikes have a new
dashboard with odometer and tachometer included.
The differences between the previous generation are :
the bigger oilpan bash plate;
the rectangular headlight in the windscreen fairing
with roo-bars;
new (regarding the precedent PD version) movable (you
can adjust the angle) "rectangular" windshield;
a digital clock placed in the middel of the bar clamps
is available as accessory;
Von Schnabeltieren und Gummikühen - ein Vergleich
zwischen Suzuki DR 750/800 Big und BMW R 80 GS.
Die "Doktor Big", wie die DR 750 bzw. DR 800 von ihren Fans liebevoll getauft
wird, und die "Gummikuh", die seit Einführung des Paralevers gar nicht mehr so
gummi-mäßig fährt, sind einerseits grundverschiedene Motorräder, haben aber
andererseits doch vieles gemeinsam: Ähnlicher Hubraum, ähnliches Gewicht und vor
allem ein ähnliches Einsatzgebiet - beides sind sogenannte Reise-Enduros. Die
wesentlichen Unterschiede sind augenfällig: während die Suzuki ihren Hubraum in
nur einem Zylinder unterbringt, braucht die BMW derer zwei - deswegen kostet sie
zwar nicht gleich das Doppelte, aber doch einiges mehr als der mächtige Eintopf.
Ein Vergleich der beiden Motorräder scheint also durchaus interessant, zumal die
BMW gerade eine Neuauflage in Form der R 80 GS "Basic" erfährt und damit das "Ableben"
dieses Motorrades noch ein wenig hinausgezögert wird. Dies ist nun kein
professioneller Vergleichstest, sondern nur die schlaglichtartige Wiedergabe
einiger Erfahrungen, die ich mit beiden Motorrädern im Laufe von fünf Jahren
gemacht habe. Diese Erfahrungen beziehen sich auf ca. 85 000 km DR 750, 5 000 km
DR 800 und gut 50 000 km mit der BMW. "Teststrecke" waren Straßen und Pisten in
Deutschland, Frankreich, Italien, Korsika, Sardinien, Schweiz, Österreich,
Tschechien, Ungarn, Spanien, Portugal, Marokko, Tunesien und Libyen, und von
butterweichen Dünen bis zu verschneiten Alpenpässen war eigentlich so ziemlich
alles dabei, was dem Endurofahrer so unter die Räder kommen kann.
Hervorstechendes Merkmal der DR Big ist der Schnabel, an dem sich ja bekanntlich
die Geister scheiden. Hat man aber erst einmal in der schwindelnden Höhe von 90
cm Platz genommen (wobei die neue 800er etwas niedriger ist), sieht man dieses
umstrittene Plastikteil ohnehin nicht mehr. Stattdessen kann man jetzt das
hervorragende Fahrwerk genießen, das sich so schnell durch nichts aus der Ruhe
bringen läßt und das eindeutig zu den Stärken der Big zählt. Um das gleich
vorweg zu nehmen: In diesem Punkt ist die Big der BMW eindeutig überlegen. Das
Original-Federbein der GS ist für eine Enduro wahrlich keine Offenbarung. Mit
vollem Gepäck schlägt das Federelement auch bei maximaler Vorspannung schon bei
Bodenwellen durch, die man auf der Big kaum wahrnimmt. Nach 11 000 km war dann
mitten in der libyschen Sahara das Federbein meiner BMW hoffnungslos am Ende und
das Dämpferöl lief wie aus einem Wasserhahn. Zum Vergleich: Bei der 750er Big
hielt das erste Federbein die gesamte "Testdistanz" von 85 000 km und dämpfte
danach immer noch tadellos. Wer also mit der Gummikuh auch im Gelände fahren
will oder einen Wüstentrip plant, der kommt um die Investition in ein Produkt
aus der Zubehörindustrie (etwa von White Power oder Öhlins) nicht herum. Damit
hat das Fahrwerk zwar noch keine Big-Qualitäten, aber es ist erträglich. Die
begrenzten Federwege und das fehlende Umlenksystem setzen der BMW (auch
kardanbedingt) klare Grenzen. Richtig gut (aber auch richtig teuer) wird es dann
erst mit einer Fahrwerksveredelung mit Schwingenverlängerung aus dem Hause HPN
oder Schek. Zur "Ehrenrettung" sei noch gesagt, daß BMW mir beim Kauf des
White-Power-Beins, das es als Original-BMW-Zubehör gibt, aus Kulanz 300,- DM
nachließ. Die Bayern wissen wohl um die Fahrwerksschwächen ihrer GS und verbauen
nun bei der neuen/alten R 80 GS "Basic" aus gutem Grund serienmäßig ein
White-Power-Federelement.
Etwas anders sieht die Sache beim Motor aus: Zwar ist immer wieder beeindruckend,
mit welcher Laufkultur der mächtige Einzylinder zu Werke geht, und stehen sich
Big und BMW in Punkto Beschleunigung und Endgeschwindigkeit in nichts nach, doch
überzeugt der Zweizylinder einfach in jeder Situation durch das schon
sprichwörtliche Drehmoment des Boxers. In Drehzahlregionen, wo der Big-Kolben
ungesund auf die Kurbelwelle einhackt, geht es selbst bei der "kleinen" BMW gut
zur Sache. Das erlaubt nicht nur entspanntes Touren auf jedweden Straßen,
sondern macht auch im tiefen Sand oder bei trialartigen Schotterpaß-Passagen
mächtig Spaß. Die eigentlich immer am Hinterrad zur Verfügung stehende Kraft
erleichtert es ungemein, die nicht gerade leichte Fuhre selbst durch schwieriges
Gelände zu bewegen. Dazu kommt der im Vergleich zur Big angenehm niedrige
Schwerpunkt, der in Verbindung mit dem durchzugsstärkeren Motor dazu führt, daß
sich in schwierigem Gelände und bei langsamen Passagen die BMW als die
handlichere erweist. Auf schnellen Passagen, Holper- und Wellblechpisten wird
dann der Gummikuhtreiber allerdings nur noch eine ferne Staubwolke der Big
erblicken, deren Fahrwerk alles glattbügelt, was die BMW zum Bocken bringt.
Was die Bremsen anbelangt, sehe ich eigentlich keine wesentlichen Unterschiede:
sie sind bei beiden Motorrädern nicht berauschend, aber ausreichend. Das gilt
auch für die hintere Trommelbremse der BMW, an der ich persönlich nichts
auszusetzen habe - auch wenn immer wieder beklagt wurde, daß sie nicht mehr
"Stand der Technik" sei. Auch die DR 750 kam hinten mit Trommelbremse aus, und
der wesentliche Unterschied zur hinteren Scheibenbremse bei der 800er besteht
aus meiner Sicht darin, daß man bei letzterer öfter die Beläge wechseln muß.
Vielleicht sieht das anders aus, wenn man häufiger zu zweit fährt - dann weiß
man die bessere Bremswirkung am Hinterrad vermutlich eher zu schätzen. Vorn ist
die größere Scheibe der DR 800 gegenüber der 750er eine echte Verbesserung, bei
der BMW gibt es für sportlich ambitionierte Fahrer zahlreiche
Verbesserungsmöglichkeiten wie Vierkolbensattel oder Doppelscheibenanlage.
In Punkto Zuverlässigkeit würde ich beide Motorräder gleich bewerten, die BMW
siegt allerdings bei Verarbeitungsqualität (kann man bei dem Preis wohl auch
verlangen) und in Sachen Wartungsfreundlichkeit. Wer wie ich schon mal am Rande
afrikanischer Sandpisten insgesamt fünf (!) mal die Big-Vergaser ausgebaut,
auseinandergenommen und gereinigt hat oder (zumindest bei der 750er) nur zum
Luftfilterreinigen die Prozedur des Tankabbaus bewältigen mußte, der weiß die
konsequent schrauber- und wartungsfreundliche Bauweise der Bayern-Enduro zu
schätzen. Und die Vorteile des Kardanantriebs gegenüber einer Kette brauchen
wohl kaum noch betont zu werden. Durchdacht und praxisgerecht sind auch die
Speichen der BMW, die man ohne Reifendemontage wechseln kann. (Das konnte ich
bei der 750er Big mit viel Tücke schließlich auch: Durch die große Trommel waren
die sehr kurzen äußeren Speichen des Hinterrades, die zudem extrem stark
gekröpft waren, ein Schwachpunkt; auf Saharapisten pflegten sie trotz täglicher
Kontrolle und Nachspannung immer gleich reihenweise zu brechen. Wenn man bei der
neuen Speiche ein Stück vom Gewinde absägt, etwas Luft aus dem Reifen läßt und
den Schraubkopf gegen den Widerstand des Schlauchs gerade so weit in die Felge
drückt, daß er nicht durchrutscht, kann man die neue Speiche montieren).
Zur Haltbarkeit: Der Motor der 750er Big brauchte wegen starker Pittingspuren
nach gut 60 000 km eine neue Nockenwelle und neue Kipphebel. Nach 85 000 km
brach dann in Tunesien die Feder des Steuerkettenspanners, was neben einer
kaputten Steuerkette einen Schaden an den Auslaßventilen verursachte. Ansonsten
zeigte sich der Motor auch nach dieser Laufleistung in allerbestem Zustand. Der
BMW-Motor hat bislang noch keinerlei Unmutsäußerung erkennen lassen - bei erst
50 000 km gehört sich das wohl auch so. Auch der bei dieser Laufleistung häufig
auftretende Schaden am hinteren Getriebelager ist bei meiner GS (toi, toi, toi...)
bisher ausgeblieben. (Anmerkung: Bei Km 70.000 hat es mich dann erwischt:
Hinteres Getriebelager und hinteres Kreuzgelenk defekt). Völlig unauffällig und
unproblematisch funktioniert das Sekundärluftsystem der BMW, das Schadstoffe
zwar nicht in gleichem Maße wie ein geregelter Drei-Wege-Kat, aber doch merklich
reduziert - eine mehr als sinnvolle Maßnahme.
Eine abschließende Wertung vorzunehmen fällt schwer, da beide Motorräder ihre
Vorteile haben. Ich würde aber in der Summe dennoch die BMW vorziehen:
Verarbeitungsqualität, Wartungsfreundlichkeit, reichhaltiges Zubehörangebot,
Kardanantrieb und vor allem der drehmomentstarke Motor geben den Ausschlag - all
das hat aber auch seinen Preis. Manchmal allerdings, da wünschte ich mir doch
das Fahrwerk der Big zurück...
Achim Lerch
NOTE: Some of the photos on
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